Heinrich Hertz
Fakten
Gemeindestraße
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Länge:
Bau/Benennung:
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Heinrich-Hertz-Straße
Im brasilianischen Regenwald traf ich vor Jahren zufällig
einen Deutschen, einen Hamburger. Natürlich kamen wir uns in
dieser außergewöhnlichen Umgebung schnell näher, und so erfuhr
ich bald, dass er sein Abitur in unserer gemeinsamen Vaterstadt
im Heinrich-Hertz-Gymnasium gemacht hatte. Die Gelegenheit, etwas
über Heinrich Hertz zu erfahren, nahm ich, der ich nach der Schule
meine ohnehin nur rudimentären Kenntnisse auf dem Gebiet der Physik
sofort vergessen hatte, mit Interesse wahr, und mein neuer Bekannter,
selbst Naturwissenschaftler, erzählte mir bereitwillig, was er wusste.
Ich erfuhr, dass der große Physiker 1857 ebenfalls in Hamburg
geboren wurde und dass er bedeutende Erfindungen oder besser Entdeckungen
auf dem Gebiet elektrischer Wellen gemacht hatte, ohne die es heute,
grob gesagt, keine Computer gäbe, noch gröber ausgedrückt, auch kein
Desy in Hamburg oder CERN in der Schweiz.
Natürlich war er zu seiner Zeit noch weit davon entfernt, an
elektronische Rechner oder gar Teilchenbeschleuniger zu denken, aber
als Entdecker der Wesensgleichheit von Lichtwellen und elektrischen Wellen
war er einer der Wegbereiter all dessen, was wir heute an elektrotechnischen
Hilfs- und Arbeitsmitteln täglich um uns haben. Auf seinen Erkenntnissen
haben spätere Generationen von Physikern aufgebaut, Frauen und Männer
mit Namen, die allesamt wie er auf dem Olymp ihrer Wissenschaft für
immer einen Platz haben werden.
Heinrich Hertz entdeckte die nach ihm benannten hertzschen Wellen
mit Längen von 0,1 mm bis zu einigen Kilometern und schuf damit eine der
Grundlagen der Hochfrequenztechnik. Wenn wir heute im Radio die Wahl haben
zwischen Programmen, die auf Ultrakurzwelle, Kurzwelle, Mittelwelle oder
Langwelle ausgestrahlt werden, dann verdanken wir dies dem Hamburger Physiker,
leicht schon daran zu erkennen, dass die genaue Sendeposition mit Werten in
Hertz angegeben wird. Wem ist nicht der Begriff Kilohertz schon oft ans Ohr
geklungen?
Heinrich Hertz wies nach, dass ultraviolettes Licht Einfluss auf
elektrische Entladungen hat, was wiederum den zu gleicher Zeit forschenden
Physiker Wilhelm Hallwachs auf die richtige Spur brachte. Er entdeckte durch
Entladung einer negativ aufgeladenen Metallplatte bei UV-Bestrahlung den
äußeren Fotoeffekt.
Bis zu diesem Punkt hatte ich, aufmerksam lauschend, meinem neuen
Bekannten noch folgen können, aber für das Verständnis seiner weiteren
Erklärungen fehlte mir die Grundlage. Ich kann an dieser Stelle jedem
interessierten Leser nur raten, sich in Nachschlagewerken oder im Internet
selbst weiter zu unterrichten.
Heinrich Hertz starb 1894, noch nicht siebenunddreißigjährig, in Bonn.
Er war eine der herausragenden Größen der Physikerzunft und hat durch seine
Forschungen und Entdeckungen unsere Zeit und auch die Zukunft weiterer
Generationen entscheidend mitbestimmt. Seine Heimatstadt hält die Erinnerung
an ihn mit dem Heinrich-Hertz-Gymnasium wach. Dass auch der Hamburger
Fernsehturm offiziell Heinrich-Hertz-Turm heißt, ist weniger bekannt.
Telemichel prägt sich ja auch besser ein und ist witziger, oder?
Autor:Hermann Drews

